Berg - und Hüttenarbeiterverein St. Barbara Ensdorf 1873 e.V.
bis 1918
3. Der Verein im 19. und Anfang 20. Jahrhundert Das größte Problem der Zeit war die fehlende Absicherung der Bergleute bei Krankheit und Streik. 1875 wurde die erste Vereinsfahne von Pfarrer Godehard Prinz geweiht. Sie kostete 114 Taler, finanziert durch die Spargroschen der Mitglieder. Der Verein hatte zu der Zeit 60 Mitglieder Ab 1877 verpflichtete sich der Verein, an Fronleichnam in jedem Jahr den Himmel zu tragen. Die Mitglieder waren laut Satzung seit 1874 verpflichtet, einmal jährlich gemeinsam zur Kommunion zu gehen. Ebenso war es Pflicht bei der Beerdigung eines Mitglieds beizuwohnen. Bei Nichterscheinen war eine Strafe von 5 Groschen in die Vereinskasse zu zahlen. Die Grubenverwaltung gewährte den Vereinsmitgliedern 1892 ein zinsloses Darlehen zur Anschaffung von Bergkitteln Der Verein beteiligte sich an Dorffesten, Wallfahrten und Prozessionen. Es wurden jährliche Familienfeste im Freien hinter der alten Schule am Bahndamm durchgeführt. Geschäftsleute von Lisdorf, der Wirt der Scheidsmühle, der Bürgermeister von Lisdorf, die Firma Villeroy und Bosch, sowie Privatleute spendeten oft Essen und Getränke für diese Feste. Die Generalversammlung von 1895 beschloss „ab dato wird der jeweilige kath. Pfarrer von Ensdorf zum Ehrenpräses“ ernannt“ 1899 fand das 25 jährige Stiftungsfest statt. Die zweite Fahnenweihe wurde 1908 von Pfarrer Franz-Josef Kreckler vorgenommen. Diese Fahne kostete 474 Reichsmark. Die Hälfte der Kosten spendete Herr Scheid (Scheids Mühle) und die andere Hälfte wurde durch eine Mitgliederumlage von jeweils 2 Reichsmark finanziert.. 1912 folgte die dritte Fahnenweihe. Diese wurde von Herrn Pfarrer Nikolaus Rupp, Primstal (vormals Kaplan in Ensdorf) vorgenommen. Diese Fahne ist keine reine Vereinsfahne, denn sie wurde von jedem Bergmann der Grube Ensdorf mit einer Reichsmark gestiftet. 1914 hatte der Verein eine Mitgliederzahl von 338 Personen. In der Vereinskasse befanden sich am 15.08.1914 genau 10921 Reichsmark und 80 Pfennige. Das Sterbegeld wurde auf 100 RM erhöht. 112 Mitglieder waren schon zum Kriegsdienst einberufen worden. Während der Kriegsjahre fanden keine Familienfeste statt. Bis Kriegsende waren 51 Mitglieder gefallen oder vermisst. In der Vereinskasse waren nach dem Krieg nur noch 6410,50 Reichsmark. An die Angehörigen von Gefallenen wurden 5100 Reichsmark ausbezahlt.